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Eine Information von Martin Rüttenauer Stand 7.4.2004 |
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SONNTAG, 10. AUGUST 2003 Wiederholungen: ZDF EXPEDITION - Startfilm der Reihe "Magische Welten": SHAOLIN - Geheimnis des Kungfu Das Projekt - Die Stationen - Die Beteiligten - Ihre Meinung - Links
DAS PROJEKT Mitnichten. Es ist eine sterbende Kunst. Ein Stück verschwindende Kultur. Gewiß, sportliche Höchstleistungen sind an der Tagesordnung. Aber Wushu war immer auch eine geistige Disziplin, eine Lebenseinstellung, die für immer geprägt hat. Die alten Meister waren meistens Ärzte der chinesischen Medizin, Kräuterheilkundler, Apotheker. Nicht das Kämpfen war ihnen wichtig bei der Kampfkunst Wushu, sondern das Nicht-Kämpfen. Wushu im weiteren Sinne umfaßt nicht nur das harte Kungfu, sondern auch die weichen Kampfkünste wie das Taichi. Gegenseitiger Respekt und feste Regeln bestimmten das Verhältnis von Meistern und Schülern. Die Lebensphilosophien des Buddhismus und des Taoismus haben die körperliche und die geistige Ebene des Wushu mit bestimmt. Dieses Wissen ist dabei, verloren zu gehen. Und mit den alten Meistern stirbt auch die Erinnerung an einen einzigartigen Bereich der Weltkultur. Der Film von Lorenz Knauer und Thomas Schuhbauer versucht, die Faszination Wushu einem breiten Publikum nahezubringen. Die in Guangzhou/China gebürtige, in Konstanz am Bodensee lebende Wushu- und Taichi-Meisterin Wu Meiling erforscht die Wurzeln ihrer Kunst auf einer Reise zu wichtigen Orten und zu alten Meistern des Wushu.
SHAOLIN
Vor über 1500 Jahren wurde im Herzen Chinas das buddhistische Shaolin-Kloster gegründet. Es gilt als die Wiege der Kampfkünste und hat im Laufe der Jahrhunderte viele Mönche und Äbte hervorgebracht, die auch Meister des Wushu waren. Eine große Zahl von Kampfstilen mit und ohne Waffen wurde dort kreiert und perfektioniert. Eine Episode aus der Geschichte des Klosters wurde in dem Film "Der Shaolin-Tempel" mit Li Lianjie (Jet Li) in der Hauptrolle grandios verewigt (nicht mit anderen Filmen ähnlichen Titels zu verwechseln). Die Klosteranlage wird von vielen Touristen besucht, zwei Bereiche sind für sie aber nicht zugänglich: die Abendmeditation der echten Mönche von Shaolin und das Innere der Meditationshöhle des Kungfu-Gründers Boddhidharma; beide sind daher Höhepunkte der Shaolin-Szenen in der Dokumentation. Beeindruckend auch der Morgenlauf von Tausenden Shaolin-Schülern auf der Straße vor dem Klosterbezirk und das Massentraining auf dem Hof der Tagou-Schule.
WUDANG
MEISTER ZHAO MEISTER YOU DIE PROFISPORTLER
DER ALTE IM PARK
Auch er vertritt eine aussterbende Linie des Wushu: die der Straßengaukler. Seit vielen Jahrhunderten haben sich die Chinesen an Akrobaten und Schaustellern ergötzt, die an öffentlichen Plätzen ihre Kunststücke zur Schau stellen. Nicht umsonst hat China die besten Akrobaten der Welt. Und Wushu war oft dabei, mit Schwertkämpfen und Stockkämpfen zum Beispiel. Im ZDF-Archiv lagert ein Film, der eine Wushu-Straßenschau am Pekinger Himmelstempel in den 20er Jahren zeigt. Neueste Produktionen des chinesischen Circus nehmen diese Linie wieder auf und verbinden Akrobatik mit Wushu.
DER FISCHERTEMPEL / DIE WUSHU-SCHULE Bis in die sechziger Jahre, vor der alles zerstörenden Kulturrevolution, hatten Wu Meilings Eltern Wu Shaoquan und Xiao Yanzhen, beide Ärzte, hier eine traditionell geführte Wushu-Schule. Wir wollen die komplizierte Aufnahmezeremonie zweier neuer Schüler in diese Schule filmisch rekonstruieren, wie es sich für eine große Dokumentation gehört. Doch woher einen Ersatz für das im altchinesischen Stil gebaute Schulgebäude nehmen, wurde es doch längst plattgewalzt und mit einem Hochhaus überbaut? Leichter findet man eine Nadel im Heuhaufen. Doch irgendwo in einer Neubausiedlung im Osten von Guangzhou hat ein kleiner Tempel die Abrißorgie für U-Bahn, Hotels und Banken überstanden. Er wird von Fischern benutzt. Sie fischen zwar nicht mehr, weil ihre Fischgründe überbaut sind, aber hier treffen sie sich, tauschen sich aus, spielen Karten und chinesisches Schach und opfern weiterhin den Göttern der Fischer, wie es ihre Vorfahren schon taten. Einfache, sympathische Leute. Sie begeistern sich für unser Projekt, stellen den Tempel für eine Zeitlang zur Verfügung, helfen tatkräftig beim Umbau. Ein überaus charmantes junges Mädchen spielt die kleine Meiling, wie sie mit staunenden Augen eine Zeremonie miterlebt, die es heute nicht mehr gibt und von der kaum einer mehr weiß. Ein packender Höhepunkt dieses Films.
DIE BETEILIGTEN
Shaolin Geheimnis des Kung-Fu
EIN FILM VON Lorenz Knauer und Thomas Schuhbauer BUCH UND REGIE KAMERA TON SCHNITT GRAFIK SPRECHER MISCHUNG AUFNAHMELEITUNG PRODUKTIONSLEITUNG FACHBERATUNG PROTAGONISTIN PRODUZENT REDAKTION WIR DANKEN EINE PRODUKTION VON IM AUFTRAG DES © ZDF 2003 IHRE MEINUNG
ZDF ZDF - Magische Welten - Shaolin - Geheimnis des Kung-Fu Shaolin - das Geheimnis des Kung-Fu Die Kampfmönche des Shaolin-Klosters - Spirituelle Kraft Heiliges Wudang - Die Geburtsstätte des Tai Chi Die innere Kraft des Chi - Streben nach Harmonie Kunstform Tai Chi - Der "weiche" Weg zur Gesundheit Kulturrevolution in China - Gefahr für den Zen-Buddhismus Literratur und Links WU-SHU-AKADEMIE BALLERMANN SHAOLIN von Martin Rüttenauer Reisebericht: Peking und Shaolin 1998 Reisebericht: Peking und Shaolin 1999 WU MEILING - Lehrerin für Taichi und Wushu WEITERE FILME bei ZDF-Expedition in der Reihe "Magische Welten": AMAZONAS - Spur des roten Goldes POLYNESIEN - Nomaden der Südsee |